Phöenix aus der Asche: The King is back!

Es ist ein Freitag Ende Juli. Wir befinden uns im Jahr 2014. Auf Einladung der BMW Group Classic sowie des BMW Club Deutschland e.V. geht es nachmittags nach München. Das Auto von Elvis Presley soll präsentiert werden, besser gesagt, das was davon übrig ist.

Manchmal sieht man die Dinge im Nachhinein anders. Was vor über zwei Jahren als „interessante Veranstaltung“ empfunden wurde, weicht mittlerweile einem tiefen Gefühl von Dankbarkeit und Respekt. Unter dem Slogan „Elvis’ BMW 507: lost & found“ zeigte die BMW Group Classic an diesem Abend das, was von Elvis BMW 507 übrig war: Eine bemitleidenswerte Karosserie mit falscher Hinterachse. Einfache, billige Schnur an allen Ecken und Enden, von der Antenne gar nicht erst zu sprechen! Der Lack ist stumpf und zeugt von vielen Ereignissen, die nicht immer positiv waren.
Die Fachleute der BMW Group Classic werden diesen Wagen später als „Edelschrott“ deklarieren.

Und trotzdem war es eine einzigartige Atmosphäre. Als sich das allgemeine Medieninteresse zu später Stunde gelegt und der Wagen einsam im Scheinwerferlicht stand, bekam man fast so etwas wie Mitleid. Einst krönten Felgen mit Zentralverschluss diesen Sportwagen. In den fünfziger Jahren ein Garant für erstklassige Sportwagen. Seine Kraft schöpfte diese Grazie einst aus einem kraftvollen 3,2-l-V8-Motor. Dieser war aber im Laufe der letzten Jahrzehnte verschwunden und zusammen mit einer amerikanischen Hinterachse zog ein Chevrolet V8 Motor ein. Einer der Besitzer nutzte diesen Wagen auch als HotRod. Am Abend der Ausstellung fragte Ich mich noch, wieviel Energie man wohl in dieses Fahrzeug stecken muss, damit es wieder erstrahlen kann. Macht es überhaupt Sinn?

In Pebble Beach sollte das Fahrzeug jetzt also wieder in neuem Glanz erstrahlen. Bei den Erinnerungen an den Ursprungszustand eine fast undenkbare Leistung. Und dann steht er tatsächlich auf dem Green, der Lack erstrahlt in seinem Originalkleid: Federweiß. Die Verwandlung könnte nicht extremer sein. Vom erbarmungswürdigen, hässlichen Entlein hin zum wunderschönen Schwan. Hier leisteten die Fachleute der BMW Group Classic wahrlich ein Meisterstück! Aber auch Jackie Jouret vom Bimmer-Mag.com sei hier gedankt: Sie spürte das Fahrzeug bei Recherchen erst beim letzten Besitzer Jack Castor auf, wo es durch BMW als das Elvis Original mit der Seriennummer 70079 identifiziert werden konnte.
Leider verstarb Jack Castor noch bevor er das Ergebnis der Restaurierung miterleben konnte. Aber irgendwo sitzt er jetzt bestimmt mit Elvis zusammen bei einem Bier und freut sich über diese Schönheit, die jetzt wieder glanzvolle Auftritte feiert.

Und auch wir werden uns eines Tages wieder begegnen. Man trifft sich immer zweimal im Leben!

Weitere Informationen:

https://www.bmwgroup-classic.com/de/elvis-507.html

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